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Wie die Kooperationen mit Startups so laufen

Ups und Downs und viel gelernt

Viele etablierte Unternehmen wollen innovativer werden und suchen dafür die Nähe von jungen, dynamischen Startups. TELE prägt diesen Trend schon seit 2013 mit und hat nach und nach Startups an das Unternehmen angedockt. Was am Anfang ziemlich aufregend und nicht immer reibungsfrei war, trägt mittlerweile für beide Seiten Früchte und hat TELE viele neue Perspektiven eröffnet – Zeit, für eine Zwischenbilanz.

„Wir sind eine 53 Jahre alte Firma. Wir können gut Produkte entwickeln und zur Reife bringen. Startups können gut innovativ sein, deshalb holen wir sie uns ins Haus. Das funktioniert mit Twingz seit 2,5 Jahren, mit Freygeist seit 1,5 Jahren – manchmal toll, manchmal weniger toll“, schmunzelt Markus Stelzmann, Regie bei TELE Haase.

Und man muss sich einfach im Klaren sein, dass bei so einer Kooperation verschiedene Firmenkulturen zusammen kommen. Spannungen sind also vorprogrammiert aber auch neue Lösungswege. Von Frust bis Euphorie ist da alles dabei.

Markus Stelzmann, TELE

Twingz

Neue Energie

Vor gut zweieinhalb Jahren begann die Partnerschaft wischen TELE und Twingz. „Wir wollen die Revolution in der Energiebranche gestalten und vorantreiben“, erklärt Twingz-Boss Werner Weihs-
Sedivy die hohen Ziele seines Startups. Dafür entwickelt und produziert das Unternehmen das Energiemanagement-System eCoach für Energieversorger und Haushalte. Kombiniert mit jedem Meter (Strommesser) sammelt es Energiedaten und stellt umfangreiche Analysetools zur Optimierung des kurzfristigen Stromgroßhandels (Intraday) sowie für die Prognose für den Folgetag (Day-Ahead-Handel) zur Verfügung. Bis zu 40 Prozent Ersparnis für Energieunternehmen sind auf diese Weise möglich. Ähnlich funktioniert das System für Haushalte.

TELE-Eigentümer Christoph Haase fand die Idee spannend und dockte Twingz ans Wiener Industrieunternehmen an. Die intelligente Twingz-Software fand ihr Zuhause in solider TELE-Hardware, das Dreimann-Twingz-Team wurde kurzerhand in einem Büro im TELE-Firmengebäude untergebracht. Auf diese Weise spart sich Twingz nicht nur lange Wege und Logistikkosten – schließlich befindet sich die Produktion inklusive Bestückung, Lötanlage und Montage gleich einen Stock tiefer – sondern kann auch auf den TELE-Entwicklungsprozess mit seinem umfangreichen Normen-Know-how zurückgreifen.

Für uns hat die Partnerschaft mit TELE den Grundstein zur erfolgreichen Entwicklung von twingz gelegt. Sie sind erfahren im Bereich Elektrotechnik, aufgeschlossen gegenüber Innovation und immer hungrig danach, vom außergewöhnlichen Startup-Geist zu lernen.

Werner Weihs-Sedivy, Twingz

Twingz bekommt wiederum den Kopf frei, neue Märkte, wie die Niederlande, Belgien und Deutschland zu erobern und das Produkt zu verbessern. Demnächst startet ein Pilotprojekt mit 20 eCoaches bei einem Energieversorger in Frankenthal, Deutschland. Twingz startet also richtig durch. Und mit insgesamt 27.000 bereits verkauften eCoaches ist das ehemalige Startup den Kinderschuhen definitiv entwachsen. www.twingz.com

Das Rad neu erfunden

Das Startup Freygeist radelt mit seinen ultraleichten und wunderschönen Designer-E-Bikes nun auch schon wieder seit fast zwei Jahren durch das TELE-Universum. Kennengelernt hat man sich über einen Investor, der an Freygeist und Twingz interessiert aber dann abgesprungen war. „TELE ist schon seit dem Startschuss der Produktion unseres E-Bikes “prime” ein nicht wegzudenkender Partner in Sachen Entwicklung. Wir suchten eine Möglichkeit, die Motorunterstützung des E-Bikes mittels unterschiedlicher Fahrmodi zu steuern. An und für sich kein Problem. Doch sollte sich die Steuerung nahtlos in unser außergewöhnliches Design einfügen lassen, und das war nicht so einfach zu realisieren, denn außenliegende Kabel und Displays passten nicht zu unserem Bike“, umreißt Martin Trink, Managing Partner bei Freygeist ihren Anspruch an den Kooperationspartner.
TELE, Spezialist für Überwachungs- und Steuerungstechnik, wusste Rat. In zahlreichen Meetings wurde gemeinsam die Idee geboren, die Steuerung per Funk (Bluetooth) zu ermöglichen. Dabei hat der Nutzer die Möglichkeit eine zu diesem Zweck programmierte App auf seinem Smartphone zu installieren und so den aktuell gewünschten Leistungsmodus einzustellen. Die größte Hürde war dabei ein so kleines Bluetooth-Modul zu entwickeln, dass der Bauraum in einem versteckten Schalter genutzt werden kann. Dazu kam erschwerend, dass die Entwicklung eines solchen Steuerungssystems zumindest einige Monate in Anspruch nehmen würde, die erste Charge der Bikes aber bereits ausgeliefert wurde. Somit war Voraussetzung bei der Entwicklung, dass eine Nachrüstung des Systems auch für alle bestehenden Kunden einfach und problemlos sichergestellt werden musste. „Im Rahmen dieses anspruchsvollen und intensiven Projekts haben sich die Stärken von TELE Haase klar gezeigt“, streut Trink seinem Partner Rosen. „

TELE hat Professionalität und einen hohen Qualitätsanspruch eingebracht, wir die notwendige Flexibilität und Kreativität ergänzt.

Martin Trink, Freygeist

Das Freygeist prime wird mittlerweile mit der Bluetooth Motorsteuerung von TELE ausgeliefert, das hat unser Produkt entscheidend verbessert“, ist Trink überzeugt. Wie es weitergeht? Gerade ist die Modellgeneration 17 Zoll in Arbeit. Damit wird Bike dann erstmals geländetauglich und kann künftig auch Wald und Wiese erobern. http://www.freygeist-bikes.com/

"Clash of cultures" und viel Raum für Innovation

Also alles ganz toll und easy going? „Nein, es hat auch ordentlich gekracht“, lacht Stelzmann. „Wir als etabliertes Industrieunternehmen waren gewohnt, klassisch mit Pflichten-/Lastenheft zu arbeiten“, beschreibt Stelzmann den TELE-Hausgebrauch. „Startups dagegen haben eine Idee und machen einfach mal. In der Anfangsphase unserer Kooperationen wurden unsere Entwickler deshalb gleich mal ein bisschen unrund“, so Stelzmann. „Stimmt bei uns gab’s Pflichtenheft/Lastenheft eher verbal“ grinst Stephan Hebenstreit von Freygeist. Es war also einiges an Kommunikation nötig. Alle Partner mussten ihre gelernten Mindsets und Prozesse hinterfragen und updaten. „Den ‚Clash of cultures’ wir aber mittlerweile gut im Griff, und alle profitieren von unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen des Gegenübers“, so Stelzmann. „Besonders toll war für uns, dass wir hier bei TELE mit der Fertigung im Haus den Schritt vom Prototypen zur Kleinserie gehen konnten. Wir mussten dafür viel definieren, das kostet Zeit, bringt aber auch viel Klarheit z.B. für einen Investorpitch“, erklärt Weihs-Sedivy seinen Benefit. “Wir haben sowohl auf fachlicher als auch auf menschlicher Ebene gelernt“, unterstreicht Hebenstreit die Vorteile für Freygeist. „Unsere Prozesse sind jetzt sauberer. Bei uns ist auf diese Weise ein Produkt rausgekommen, das funktioniert“, so Hebenstreit.

Wir haben von unseren Startups Flexibilität gelernt. Flexibilität, die wir in einer agiler werdenden Welt brauchen. Mittlerweile probieren wir auch einfach Dinge aus und lernen so jeden Tag etwas Neues. So machen wir beispielsweise gerade das gesamte Unternehmen nach außen transparent, damit wir noch schneller und einfach in Dialog mit vielen spannenden Menschen treten können. Wir sind total gespannt, was da noch so alles auf uns zu kommt, und wenn unsere Startups so erfolgreich sind, brauchen wir bald ein paar neue.

Markus Stelzmann, TELE

Eveline Stöger
Eveline Stöger Office Management

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