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Gegenwind kann hartnäckig sein

Organisationsentwicklung ist echt nichts für Weicheier

Der Umbauprozess der TELE-Organisation dauert jetzt schon vier Jahre. Zeit genug, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verstanden haben sollten, was hier abgeht. Jeder ist Chef, nimmt alles eigenverantwortlich in die Hand und kooperative Teams schütteln die Innovationen nur so aus dem Handgelenk, oder?

Jein.

Wenn man ein Unternehmen von Grund auf neu ausrichtet, so wie wir es getan haben, dann lernt man viel und stößt immer wieder an Grenzen. Man probiert Dinge aus, man macht Fehler. Vieles gelingt und irgendwie bemerkt man in der Euphorie des Umbruchs nicht, dass sich im Unternehmen Gräben auftun. Gräben zwischen TELE alt und TELE neu.

Obwohl einige hier unheimlich begeistert jeden Tag TELE-neu leben, gibt es immer auch andere im Haus, die sich lieber heraushalten. Die keine Veränderungen mögen. Die lieber alles so machen, wie sie es schon immer gemacht haben. Menschen, die sich nicht trauen, offen ihre Meinung zu sagen, die aber gern im Verborgenen mauern und „motgschern“. Aber warum?

Begeisterte kommunikative Mitarbeiter erzählen den Medien, anderen Unternehmern und jedem der es hören will jeden Tag aufs Neue, wie wir funktionieren und warum das so toll ist. Trotzdem verhallt die Botschaft vom offenen, selbstbestimmten, kooperativen Unternehmen intern immer wieder im Nirvana. Oder sie wird belächelt und man macht stattdessen Dienst nach Vorschrift. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen rieselt nach und nach Sand ins Getriebe der Prozesse und die Energie, die man in Innovationen stecken will, wird in Grabenkämpfen verpulvert. Was also tun? So genau wissen wir das auch noch nicht aber wir haben ein paar Ideen, die du auf jeden Fall beherzigen solltest, wenn du neues Arbeiten in deinem Unternehmen leben möchtest:

  • Sei euphorisch aber stell dich auf Durststrecken ein. Nur, weil du von etwas begeistert bist, heißt das nicht, dass sofort automatisch alle anderen auch davon begeistert sind.
  • Erkläre den Mitarbeitern alles und wenn du alles erklärt hast, dann erkläre es noch einmal. Und noch einmal. Und dann lass es sie selbst erklären. Gute Kommunikation ist das Herzstück jedes Veränderungsprozesses.
  • Top-Down-Kommunikation reicht nicht aus. Sorge dafür, dass die Veränderungen Spaß machen, dass sie intern und extern Gesprächsthema werden, so lange, bis jeder verstanden hat, worum es geht und beginnt, sich damit zu identifizieren. Hilfreich sind z.B. Berichte in den Medien, Spiele oder gelungene Veranstaltungen.
  • Nicht jeder Mitarbeiter fühlt sich in einer offenen, selbstbestimmten Organisation wohl. Manchmal muss man auch getrennte Wege gehen.

 

Lessons Learned

  • Sei euphorisch aber stell dich auf Durststrecken ein.
  • Erkläre den Mitarbeitern alles. Mehrmals.
  • Top-Down-Kommunikation reicht nicht aus.
  • Eine offene Organisation ist nichts für Jedermann.

Du hast Ideen? Wir sind gespannt!

Was meinst du zu diesem Thema? Wir freuen uns auf deine Kommentare und weitere Ideen.