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Fit für die neuen Arbeitswelten?

Ein Gastbeitrag von Sabine Groblschegg und Barbara Covarrubias Venegas – Pure Management Group und FH Wien

Der Reifegrad österreichischer Organisationen

Hohe Komplexität, technologischer Fortschritt und eine buntere Belegschaft stellen Organisationen von heute vor immer größere Herausforderungen. Viele Unternehmen haben schon erkannt, dass der erfolgreiche Weg in die Zukunft über Offenheit, Transparenz und Partizipation führt. Doch wie ist die Situation allgemein in Österreich?

Um diese Fragen zu beantworten hat das Institut für Personal & Organisation der FHWien der WKW auch 2017 wieder eine Erhebung in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn durchgeführt. Die Studie basiert auf dem „Neue Arbeitswelten Reifegradmodell“, welches das Institut in Kooperation mit der Plattform DasNeueArbeiten DNA entwickelt hat. Das Modell bildet in sieben Faktoren die erfolgsrelevanten Aspekte der neuen Arbeitswelten ab. Diese reichen von unternehmerischem Denken und Handeln, Freude an der Arbeit, struktureller sowie örtlicher und zeitlicher Flexibilität über ein adäquates Ambiente und entsprechende Technologien bis hin zu lebensphasenüberspannenden Konzepten (Details zum Modell finden Sie hier). Mehrere Artikel zu dem Thema können auch vertiefend hier nachgelesen werden.

Die Ergebnisse der Studie 2017 zeigen, dass nach wie vor Aufholbedarf bei österreichischen Organisationen besteht (siehe Abbildung).

 

Unternehmen haben viel aufzuholen

Vor allem in den Bereichen Unabhängigkeit von Ort und Zeit sind Österreichische Unternehmen noch sehr unflexibel. Nur 17% der ca. 1.000 befragten Personen geben an, dass Sie überwiegend selbst entscheiden können, wo sie arbeiten und nur 31% sagen, sie können überwiegend selbst entscheiden, wann sie arbeiten. Eine Erklärung hierfür könnte die fehlende Ergebnisorientierung sein. Nur 34% der Befragten sind der Meinung, dass das Ergebnis ihrer Arbeit wichtig ist und nicht die Anwesenheit im Büro.

Ein weiterer Aspekt, der die Unabhängigkeit von Ort und Zeit beeinflusst ist der Einsatz einer zeitadäquaten Technologie. Und auch hier haben österreichische Organisationen noch Entwicklungspotenzial. Der einfache, ortsungebundene Zugriff auf Arbeitsmaterialien ist noch wenig gegeben. Ebenso ist es nach wie vor kaum üblich, Meetings auch virtuell abzuhalten bzw. sich virtuell zu Meetings zuzuschalten. Die Befragten sind aber auch sehr selbstkritisch, nur 41% sind der Meinung, dass die MitarbeiterInnen im Unternehmen über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um die neuen Technologien auch effizient zu nutzen.

Ein zentraler Aspekt der neuen Arbeitswelten ist der Wunsch (der Belegschaft) und die Forderung (der Organisationen) nach mehr unternehmerischen Denken und Handeln. Vielfach geht es aber über ein Festschreiben dieser Grundsätze auf der Unternehmenswebseite oder internen Grundsatzpapieren nicht hinaus. Die Studie zeigt, dass nur 43% der Befragten der Meinung sind, dass unternehmerisches Denken und Handeln im Unternehmen tatsächlich aktiv gefördert wird und nur 36% der Befragten sind der Meinung, dass sie die Zukunft des Unternehmens mitgestalten können.

Fazit

Neue Arbeitswelten verlangen nach einem ganzheitlichen Ansatz in der Unternehmensentwicklung. Flexibilität auf den unterschiedlichen Ebenen und Bereichen erfordert eine Veränderung der Denkweisen von allen Mitgliedern der Organisation und damit in weiterer Folge der Unternehmenskultur.

Eine ganzheitliche Veränderung benötigt Personalentwicklungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter und Führungskräfte. Vertrauen, Eigenverantwortlichkeit, Ergebnisorientierung und das aktive Vorleben und Mitleben aller Personen im Unternehmen sind wichtige Erfolgsfaktoren.

 

Die Autorinnen

Mag. Sabine Groblschegg ist bei Pure Management Group im Bereich Organisations- und Managemententwicklung tätig. Zuvor war Sie Fachbereichsleiterin für Betriebswirtschaft, Strategie & Organisation am Institut für Personal & Organisation an der FHWien der WKW. Sie verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Unternehmensberatung und ist im Vorstand von SIETAR Austria www.sietar.at.

Mag. Barbara Covarrubias Venegas ist Forscherin und Lektorin am Institut für Personal & Organisation der FHWien der WKW. Barbara studierte und arbeitete in Österreich, Spanien, Italien, Chile und Mexiko. Heute spezialisiert sie sich auf Trainings und Beratungen im internationalen Kontext. Sie ist Vorsitzende von SIETAR Austriawww.sietar.at und leitet das communication committee von SIETAR Europa. 2014-2016 Projektleitung eines von der Stadt Wien geförderten Forschungs- und Lehrteams zu „HR Rollen und HR Kompetenzen im internationalen Vergleich“ an der FHWien der WKW. Forschungs- und Vortragsschwerpunkte: DasNeueArbeiten, Altersdiversität, HR Rollen/HR Kompetenzen, Organisationskultur und Interkulturelles Management.

 

20/03/2017
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